| Panigiria |
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| Ich habe alles gegeben: Meine Kamera mit einem Tele aufgerüstet, mir ein Einbeinstativ gekauft und kurzfristig einen gigantischen externen Speicher organisiert, Flug, Unterkunft, vier Wochen Urlaub. Mehrere Jahre "Beobachtung" der Szenerie gingen dem ganzen voraus. Dennoch, es könnte besser sein. Die Mühen waren enorm und der Ausschuss an Fotos ebenfalls. Selbstüberwindung hat es auch gekostet. Das Ergebnis: Alexis Sorbas ist weiblich, eher jung und kommt von Ikaria. Oder, würde gerne von Ikaria kommen, wohnt aber eigentlich in Athen. Auf meiner ersten Panigiri war ich anno 1983 in Raches. Es gab selbstgebrauten Wein aus Bierflaschen, sowie gekochte Ziege auf Zeitungspapier. Das Zeitungspapier wurde später durch fortschrittliches Packpapier ersetzt, Wein gibt es jetzt in Wasserflaschen und außerdem Coca Cola und Wasser. Die Musik ist die gleiche geblieben, die Tänze auch, es sind jetzt nur mehr Menschen da. |
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Im griechischen Fernsehen laufen schon Spots über die Panigiria auf Ikaria. Feiern und tanzen auf authentischen griechischen Volksfesten. Eine geniale Marketingstrategie mit Alleinstellungsmerkmal. (Wer mal zufällig woanders gefeiert hat, weiß wovon ich rede). Vor Ort sieht die Vermarktung allerdings dann etwas anders aus. In der Regel handgeschriebene Plakate in griechischer Sprache weisen auf die Feste hin. Rudimentäre Kenntnisse der griechischen Sprache (man sollte schon wissen wie Panigiri auf Griechisch geschrieben wird), evtl. eine Landkarte und / oder ein gutes Gehör (damit man dann auch den Ort des Geschehens findet) sind hilfreich. Wir sind zu allen Panigiria gelaufen oder getrampt. Langada, das "griechische Woodstock", haben wir im drittjährigen Versuch nicht erreichen können. Manchmal soll auch ein motorisiertes Gefährt helfen, sofern man es denn trotz intensiven Bemühens mieten kann. Also kein Auto, keine Enduro, kein Motorroller, kein Fahrrad (völlig indiskutabel Fritz!) und beim Trampen zur falschen Zeit am falschen Ort. Über 2.000 Menschen waren in dem abgelegenen Bergdorf, das nur über eine 20km lange Schotterpiste zu erreichen ist und eigentlich keinen Strom hat. Ab 18 Uhr war das Essen verspeist – es handelt sich ja schließlich auch um eine Tagsüber-Panigiri. Wir gingen am frühen Nachmittag frustriert über einen Fußweg zurück zu unserer Unterkunft und redeten gerade das Fest schlecht, als uns ein verirrtes, schrottreifes Auto mit vier bekifften Freaks entgegenkam. Das Auto hielt und die Insassen fragten uns blöde Touristen, ob wir nicht den Weg nach Langada kennen. Wir beschrieben die buckelige Piste und das Auto schaukelte selig von dannen. Wir hingegen gingen abends nach Gialiskari, denn das hatten wir uns unterwegs schöngeredet. Und schön war es auch. Einen Mangel an Festen am 15. August war nicht zu beklagen. Die orientalischen Tänze haben die Griechen aus der Türkei mitgebracht, damals als sie vertrieben wurden – die kleinasiatische Katastrophe. Bei klarer Sicht kann man von Ikaria bis in die Türkei, aber auch bis Chios, Tinos und Mykonos schauen. Tango, Walzer, Tsiftetelli, Zeimekiko (gelegentliche Solomusik für die Männer) und immer wieder eine lange Fassung von Ikariotikos. Der Geiger wird leiser und leiser, und endlich wieder lauter und die Menge tobt. Für … Janni, mit dem ich auf meiner ersten Panigiri war … Angelo, der mit uns auf seiner ersten Panigiri war … Lisa, die mich liebevoll mit Musik versorgt und … Fritz, (der Unterschied liegt in den Noten!!!) … und für Rainer, meiner unerschrockenen Muse. … sowie für Niko, der uns im August 2008 ein Moped lieh… August 2006 / 2008 |
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